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Fahrmodus: ganz nach Belieben

Heute komfortabler Gleiter, morgen straffer Sportwagen: Während man früher mit dem Standard-Setup des Autobauers vorliebnehmen musste, lassen sich viele Fahrzeuge heutzutage über einen Fahrmodus-Schalter ganz nach Belieben individuell feinjustieren. So funktioniert’s.

Der Fahrmodus-Schalter findet sich häufig in der Nähe des Getriebewählhebels. (Foto: Nissan)

Der Fahrmodus-Schalter findet sich häufig in der Nähe des Getriebewählhebels. (Foto: Nissan)

Sie heißen Normal, Komfort, Eco oder Sport und sollen das Auto ein Stückchen weiter in Richtung Eierlegende-Wollmilchsau bringen. Die Rede ist von sogenannten Fahrmodi, mit denen sich das Setup des Wagens ganz nach dem eigenen Geschmack beeinflussen lässt. In immer mehr Fahrzeugen, selbst in der Kleinwagen-Klasse, ist diese Einstellmöglichkeit mittlerweile vorhanden; teilweise serienmäßig, manchmal auch nur gegen Aufpreis. Oft heißen die Systeme schlichtweg Fahrmodus-Auswahl, mitunter aber denken sich die Autobauer auch hochtrabende Namen wie Drive Select oder Fahrerlebnis-Schalter aus.

Elektronik reguliert

Was dabei per Knopfdruck feinjustiert werden kann, ist unterschiedlich: Vor allem in günstigeren Autos beschränken sich die Einstellmöglichkeiten häufig auf die Gasannahme oder die Lenkung. Beides kann mit wenig Aufwand elektronisch dahingehend verändert werden, dass der Wagen schärfer oder nicht so direkt auf den rechten Fuß reagiert oder die Lenkung straffer beziehungsweise weicher wird. Hat das Auto ein Automatik-Getriebe, können auch die Schaltpunkte beeinflusst werden; im Sport- oder Dynamik-Betrieb werden die Gänge länger ausgedreht als sonst. Ist das Fahrzeug mit adaptiven Dämpfern ausgestattet, lassen auch die sich in der Regel über den Fahrmodus-Schalter beeinflussen und das Fahrwerk federt die Unebenheiten mal mehr, mal weniger großzügig weg. Beim neuen VW Golf 8 zum Beispiel lässt sich der Unterbau sogar in 15 Schritten ganz regulieren.

Individuelle Einstellungen

Mittlerweile kann man aber häufig auch noch mehr Parameter beeinflussen: So kann beispielsweise der Abstandstempomat entsprechend eingestellt werden, dass er – wenn kein Hindernis mehr vor dem Auto ist – schneller oder bedächtiger wieder Gas gibt. Auch das dynamische Kurvenlicht reagiert, wenn es einstellbar ist, im Sport-Modus üblicherweise zackiger als im Komfort-Betrieb.

Während es beim Sportbetrieb in der Regel darum geht, die Systeme nachzuschärfen oder den mittlerweile ohnehin fast immer künstlich veränderten Motorsound etwas lauter zu drehen, soll der Eco-Modus für weniger Verbrauch sorgen. Dazu wird, neben einer reduzierten Gasannahme und früherem Hochschalten zum Beispiel häufig auch die Klimaanlage runter geregelt – weniger Kühlung zügelt schließlich den Durst des Autos. Einige Autos errechnen sogar, wieviel Sprit man durch die Nutzung des Öko-Modus gegenüber dem Normal-Betrieb gespart hat und rechnen das in „Bonus-Kilometer“ um. Manchmal – vor allem bei Elektroautos – wird im Spar-Betrieb auch die maximal zur Verfügung stehende Leistung reduziert.

Einen Normalbetrieb dagegen gibt’s nicht bei jedem Fahrmodus-System. Während die einen zwischen Sport- und Komfort-Stufe diesen Zwischenschritt einfügen, verzichten die anderen darauf. Dafür setzen manche Hersteller auf den Dynamik-Modus noch eins drauf und bieten eine wie auch immer getaufte Sport-Plus-Stellung an. Außerdem gibt es in der Regel auch eine Individual-Auswahl, bei der sich der Fahrer den Wagen ganz nach eigenem Gusto einstellen kann: Die Lenkung butterweich, den Motor sportlich-scharf und die Dämpfer irgendwo dazwischen ist dann kein Problem. Wie stark die Justierung zu spüren ist, ist allerdings unterschiedlich: Während die einen Hersteller auf eine merkliche Spreizung zwischen den einzelnen Modi setzen, muss man bei anderen schon sehr genau „hinspüren“, um überhaupt eine Änderung festzustellen. (SP-X)